Christian Rieck:
Spieltheorie – eine Einführung

Spieltheorie ist ursprünglich eine mathematische Theorie. Nun gibt es zwei Arten, damit umzugehen: Die Einen leben die Mathematik aus und schreiben Bücher, die der Normalsterbliche nicht versteht. Die Anderen tun so, als hätte das alles mit Mathematik gar nichts zu tun, und kratzen nur an der Oberfläche.Ich habe einen dritten Weg gewählt: Ich erkläre alle Konzepte praktisch ohne Mathematik. Aber ich erkläre auch, wie es mit der zugehörigen Mathematik funktioniert. Das kann man lesen, muss aber nicht; man kann es auch bei einem zweiten Durchgang mit Mathematik lesen. Oder nur dann, wenn man eine Klausur schreibt. Zum großen Teil ist Mathematik auch eine Art Jargon, den man einfach nur kennen muss, um viele spieltheoretische Konzepte zu verstehen. Wenn man es in Klartext übersetzt, dann bleibt oft nicht mehr übrig als die vier Grundrechenarten. Wenn es nicht die Professoren abschrecken würde, dann würde ich diese Stellen „Mathematik für Hochstapler“ nennen.

Und dann gibt es da noch etwas: Ich versuche so zu schreiben, dass das Lesen Spaß macht. Ein Roman ist es nicht geworden, aber im Bett lesen kann man das Buch trotzdem. Dass das wirklich so ist, davon können Sie sich gleich selbst überzeugen.

[Kleiner Einschub: Wenn Sie es mit noch weniger Mathematik und noch mehr praktischem Nutzwert für das Geschäftsleben haben möchten, dann brauchen Sie das neue Buch meiner amerikanischen Kollegen Brandenburger und Nalebuff: Coopetition. Es ist eine praktische Anwendung der Theorie, für die es aktuell den Wirtschaftsnobelpreis gab. Mehr dazu auf meiner Seite über das Buch Coopetition.]

Was steht in dem Buch „Spieltheorie“?

Am besten, Sie werfen einmal einen Blick in das Inhaltsverzeichnis und die Einleitung – dann wird der Stil des Buches sicherlich schnell deutlich. Das Stichwortverzeichnis hängt auch noch hinten an.

Wo bekommt man das Buch?

Am besten bei Ihrem freundlichen Buchhändler. Wenn es dort nicht vorrätig ist, dann schimpfen Sie gehörig mit dem Personal und lassen es bestellen, es sollte im Normalfall über Nacht da sein. Falls das alles nicht hilft, dann kaufen Sie es hier.

Die verschiedenen Auflagen des Buches

Als im Jahr 1992 die erste Auflage meines Buches Spieltheorie erschien, war es eines der ersten Lehrbücher zu diesem Thema in deutscher Sprache. Wahrscheinlich werden sich einige noch an die ersten Auflagen im Gabler-Verlag erinnern, die an vielen Universitäten als Lehrbuch eingesetzt wurde und immer noch wird. Ich konnte es schon damals schreiben, weil ich als Doktorand bei Werner Güth direkt in dem Forschungszirkel um Reinhard Selten war, der dann 1994 den Nobelpreis für seine Forschung zur Spieltheorie erhalten hat.

Sowohl die ProfessorInnen als auch die StudentInnen fanden das Buch toll – aber es hatte einen Haken: es war so teuer, dass es mit Sicherheit den Titel des meistkopierten Spieltheorie-Buches tragen durfte. Nachdem der Gabler-Verlag den Preis und die Ausstattung nicht ändern wollte, war das Buch einige Zeit nicht lieferbar. Zum Glück hatte ich einen Fanclub von Lesern, die mich immer wieder nach einer Neuauflage gefragt haben. Die Vorstellungen des Gabler-Verlags und mir waren aber einfach zu unterschiedlich, sodass sie mir nach einiger Zeit die Rechte zurückgegeben haben, damit ich es nach meinen eigenen Vorstellungen veröffentlichen konnte.

Es hat sich zwar ein anderer namhafter Wirtschaftsverlag sehr für das Buch interessiert (danke dafür…), aber ich war mir nicht wirklich sicher, ob sich meine Vorstellungen von einem Lehrbuch mit denen eines klassischen Wirtschaftsverlags decken. Daher habe es lieber im Alleingang gemacht – das Resultat sehen Sie hier. Wenn Sie Ideen zur Verbesserung haben, dann schreiben Sie es mir; wenn Sie es einfach nur klasse finden, dann schreiben Sie vielleicht eine kleine Rezension hier.

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Die 1. Auflage von 1992. (Inflationsbereinigt für ca. 60 EUR, gebraucht auch für 78 Euro – mit dem Werterhalt kommt kein Porsche mit.)
Die aktuelle 14. Auflage von 2015. (Für studentenfreundliche 25 EUR in Ihrer Buchhandlung oder auch hier.)

 

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